Eigener Bestellshop oder Lieferplattform?
Für Restaurants und Imbisse ist das oft keine reine Preisfrage. Entscheidend ist, wer die Gäste bringt und wer Abholung oder Lieferung organisiert. Zwei Beispiele zeigen, wie sich die Wahl im Alltag auswirkt.
KI-generiertDie kurze Antwort
Welcher Kanal passt zu welchem Auftrag?
Ein eigener Bestellshop passt gut zu Gästen, die dich bereits kennen und direkt bestellen möchten. Eine Lieferplattform kann zusätzliche Nachfrage und gegebenenfalls Fahrer bringen. Beide Kanäle lassen sich parallel nutzen. Vergleiche dabei nur Leistungen, die wirklich gleich sind: Abholung mit Abholung und eigene Lieferung mit eigener Lieferung.
01 · Die Modelle
Woher kommen die Bestellungen – und wer liefert?
Diese beiden Fragen solltest du getrennt beantworten. Ein Bestellkanal vermittelt die Bestellung; die Auslieferung ist eine zusätzliche Leistung.
Eigener Shop
Gäste bestellen über deinen eigenen Link. Du kümmerst dich um Sichtbarkeit, Abholung und gegebenenfalls die Lieferung.
Plattform, eigene Logistik
Die Plattform kann neue Gäste bringen und die Online-Bestellung abwickeln. Abholung oder Lieferung organisierst du selbst.
Plattform mit Fahrern
Die Plattform übernimmt zusätzlich die Auslieferung. Die dafür genannte Gebühr enthält mehr Leistung und ist kein reiner Shoppreis.
02 · Beispiel Abholung
Ein Dönerimbiss mit 120 Abholbestellungen im Monat.
Jede Bestellung hat im Beispiel einen Wert von 18 €. Das sind 2.160 € Bestellumsatz pro Monat. Die Gäste holen ihr Essen selbst ab; Fahrer- und Lieferkosten fallen in beiden Varianten nicht an.
Plattform mit 14 % Abholgebühr
3.628,80 € / Jahr
1.440 Bestellungen × 18 € × 14 %. Der Satz stammt von der veröffentlichten deutschen Uber-Eats-Preisseite.
Eigener Shop
1.747 € / Jahr
12 × 129 € + 199 € Einrichtung. Zahlungsgebühren nicht enthalten.
Der rechnerische Abstand beträgt 1.881,80 € im ersten Jahr, wenn dieselben Bestellungen über beide Kanäle zustande kämen. Im ersten Monat belastet die einmalige Einrichtung den Shop zusätzlich. Eine Plattform kann dagegen Gäste erreichen, die den Imbiss bisher nicht kennen.
03 · Beispiel Lieferung
Ein Restaurant liefert 180 Bestellungen im Monat selbst aus.
Der Bestellwert beträgt hier 30 €, also 5.400 € Bestellumsatz im Monat. Das Restaurant beschäftigt oder organisiert die Fahrer bereits. Deshalb vergleichen wir den eigenen Shop mit einem Plattformmodell bei eigener Zustellung.
Plattform mit 14 % bei Selbstzustellung
9.072 € / Jahr
2.160 Bestellungen × 30 € × 14 % laut deutschem Uber-Eats-Standardmodell.
Eigener Shop
1.747 € / Jahr
12 × 129 € + 199 € Einrichtung. Zahlungsgebühren nicht enthalten.
Der rechnerische Unterschied beträgt 7.325 € im ersten Jahr. Fahrer, Fahrzeug, Verpackung und Werbung sind in beiden Zahlen nicht enthalten. Der Vergleich ist nur sinnvoll, wenn das Restaurant die gleichen Aufträge über den eigenen Kanal gewinnen kann.
Ohne eigene Fahrer? Uber Eats nennt für die Auslieferung durch seine Logistik 30 % im deutschen Standardmodell. Diese Gebühr enthält die Zustellung. Sie lässt sich deshalb nicht direkt mit einer Shopgebühr vergleichen; beim eigenen Shop müsstest du die Lieferung zusätzlich organisieren und bezahlen.
04 · Entscheidung
Wann passt welcher Kanal?
Der eigene Shop ist stark, wenn …
- viele Gäste dich bereits kennen und gezielt bei dir bestellen wollen.
- du den Bestelllink auf Website, Speisekarte und im Google-Unternehmensprofil sichtbar machst.
- du Abholung oder deine eigene Lieferung zuverlässig organisierst.
Eine Plattform kann helfen, wenn …
- du Gäste erreichen willst, die deinen Betrieb noch nicht suchen.
- du kurzfristig zusätzliche Nachfrage testen möchtest.
- du für Lieferungen keine eigenen Fahrer einsetzen kannst.
Auch eine Kombination ist möglich: Der eigene Shop bündelt direkte Bestellungen, die Plattform kann zusätzliche Reichweite bringen. Miss für beide Kanäle getrennt, wie viele zusätzliche Bestellungen entstehen und welche Gebühren, Werbe- und Lieferkosten dafür anfallen.
Ein konkreter Schritt für den eigenen Kanal: Im Google-Unternehmensprofil lassen sich Bestelllinks für Abholung und Lieferung verwalten und, soweit verfügbar, als bevorzugt markieren.
Kurz gefragt
Häufige Fragen
Kann ich eigenen Bestellshop und Lieferplattform parallel nutzen?
Ja, beide Kanäle lassen sich parallel nutzen. Ein eigener Shop passt zu Gästen, die dich bereits kennen; eine Plattform kann zusätzliche Nachfrage und gegebenenfalls Fahrer bringen.
Warum ist die Plattformgebühr mit Lieferung höher?
Weil sie die Zustellung enthält. Uber Eats nennt im deutschen Standardmodell 14 % bei Abholung oder Selbstzustellung und 30 % mit Lieferung durch Uber. Eine Shopgebühr ohne Lieferung ist damit nicht direkt vergleichbar.
Wann lohnt sich ein eigener Bestellshop eher?
Wenn viele Gäste dich bereits kennen und direkt bei dir bestellen würden. Dann zahlst du eine feste Monatsgebühr statt einer Provision pro Bestellung – Sichtbarkeit und gegebenenfalls Lieferung organisierst du aber selbst.
Fazit
Vergleiche den gleichen Auftrag – und die Herkunft der Gäste.
Für Stammgäste und direkte Nachfrage kann ein eigener Bestellshop wirtschaftlich sein. Eine Lieferplattform bietet Sichtbarkeit und je nach Modell auch Logistik. Die niedrigere Gebühr allein entscheidet nicht: Rechne mit deinen Bestellungen, deinem Marketingaufwand und deiner tatsächlichen Lieferorganisation.
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Quellen und Methode
Bringmal Online Shop: 129 € pro Monat und 199 € einmalige Basiseinrichtung, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Plattform-Beispiel: Uber Eats, veröffentlichte Preise für Deutschland mit 14 % für Abholung beziehungsweise Selbstzustellung und 30 % mit Uber-Lieferung.
Bestellmengen und Warenkörbe sind fiktive Annahmen. Zahlungsgebühren sind nicht berücksichtigt, da sie von Zahlungsart, Anbieter und Vertrag abhängen. Gerechnet wird mit zwölf vollen Monaten, ohne Rabatte, Trinkgeld, Liefergebühren, Retouren, Personal-, Verpackungs-, Marketing- und Steuerkosten. Plattformkonditionen und Zahlungsgebühren können je nach Vertrag und Zahlungsart abweichen. Welche Lösung sich für dich rechnet, hängt von deinem Bestellmix ab.
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